Rufende Jungvögel am Boden nicht mitnehmen

Falsche Tierliebe schadet dem Vogelnachwuchs

Anfang Juni beginnt die Zeit des Ausflugs vieler Jungvögel. In Garten und Parks sind schon einige Vogelkinder selbstständig unterwegs und bald werden weitere Jungvögel die schützenden Nester in Hecken oder Nistkasten verlassen. Den NABU erreichen deshalb immer wieder Anfragen von besorgten Tierfreunden, die scheinbar verlassene Jungvögel entdecken. Unser Rat lautet immer: Erst länger beobachten, dann zur Not eingreifen. Die unerfahrenen und im Fliegen noch ungeübten Vogeljungen wirken auf den ersten Blick oft hilflos. Sie aufzunehmen, ist jedoch meist falsch verstandene Tierliebe. Lassen Sie die halbflüggen, befiederten Jungvögel erst einmal sitzen. Sollte nach mehreren Stunden kein Elternvogel auftauchen, kann es sein, dass sie tatsächlich verlassen sind und Hilfe brauchen. 

Eltern füttern Jungvögel weiter

Das herzzerreißende Rufen von scheinbar verlassenen Jungvögeln in Gärten und Parks sind keine Hilfe-, sondern Bettelrufe. So halten die Vogeljungen Kontakt zu ihren Eltern. Sie halten sich in der näheren Umgebung ihres Nests auf und werden dort von den Altvögeln einige Zeit lang weiter gefüttert. Greift der Mensch in dieser sensiblen Phase ein, unterbricht er die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel. Nur wenn Jungvögel an gefährlichen Orten wie Straßen und Gehwegen sitzen oder akut von Katzen bedroht sind, sollte man sie vorsichtig aufheben und ins nächste Gebüsch setzen. Anders als bei Rehkitzen nehmen Vogeleltern ihre Jungen wieder an, wenn diese von einem Menschen berührt wurden. 

Junge Handwerker auf Wanderschaft

Biber-Nachwuchs ist jetzt auf der Suche nach neuen Revieren

Nicht nur im Handwerk heißt es nach der Lehre, zünftig auf Wanderschaft zu gehen und selbstständig zu werden. Das gilt auch für junge Biber, die nun ihre Eltern verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier begeben. Jetzt im Frühjahr ist nach zwei Jahren die Lehrzeit der jungen Biber bei ihren Eltern beendet. Sie verlassen den Bau, um eine eigene Familie zu gründen. Wer nicht freiwillig geht, bekommt von den Eltern den entscheidenden Schubs, denn Ressourcen wie Nahrung und Lebensraum reichen im elterlichen Revier nur für eine Familie zum Überleben.

Hochwasserschutz durch fleißigen Landschaftsarchitekten

Wer fleißige Handwerker sehen möchte, wird beim Biber voll auf seine Kosten kommen. Wir Menschen profitieren von der ehrenamtlichen Arbeit des Bibers enorm, da die von ihm geschaffenen Auenlandschaften die Hochwassergefahr deutlich verringern. Zudem wird durch die Dämme, bzw. die neuen Auen die Selbstreinigungskraft der Gewässer erhöht. So werden unsere Gewässer vor Dünger- und Gifteintrag geschützt, was wiederum der Qualität unseres Trink- und Grundwassers zugutekommt. Gleichzeitig werden selbst in vormals eintönigen Flusslandschaften neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten geschaffen: strukturreiche Stillgewässer entstehen, in denen sich Wasserpflanzen einstellen. Fische, Libellen und Amphibien finden wieder mehr Laichplätze und Weiß- und Schwarzstorch oder Eisvogel mehr Nahrung.

 

Vogelstimmenwanderung am 10. Mai 2026

Ein früher Morgen voller Naturerlebnisse und Artenvielfalt

Unsere 2. diesjährige Vogelstimmenwanderung fand fast schon traditionell am Muttertag statt – und erneut wurde sie zu einem besonderen Erlebnis. Bereits um 7 Uhr startete die Gruppe in Oberkalbach. Nach einer kurzen Begrüßung in der Ortsmitte ging es in Fahrgemeinschaften zum Startpunkt nahe des Festtagswaldes.

 

Konzert im alten Buchenwald 

Thorsten hatte einen abwechslungsreichen Rundweg vorbereitet. Gleich zu Beginn führte er uns durch einen älteren Buchenwald, der mit einem beeindruckenden morgendlichen Vogelkonzert aufwartete. Buntspecht, Rotkehlchen, Zilpzalp, Amsel und Waldlaubsänger waren nur einige der Arten, die uns mit ihrem Gesang begleiteten.

 

Begegnungen und Blütenpracht 

Am Rand einer Waldwiese entdeckten wir ein Reh, das aufmerksam unsere Gruppe beobachtete. Für einen kurzen Moment zeigte sich sogar ein kleines Kitz an seiner Seite, bevor es sich blitzschnell wieder im hohen Gras versteckte. Weiter bergauf erreichten wir eine Hochebene mit artenreichen Mähwiesen. Dort begeisterten uns Knabenkraut, Schwarze Teufelskralle, Schafgarbe, Wiesenflockenblume, Frauenmantel und viele weitere Pflanzen mit ihrer Farbenvielfalt.

 

Turmfalke und Neuntöter

Ein Turmfalkenweibchen auf einem Strommast zog schnell unsere Aufmerksamkeit auf sich. Es verspeiste ein größeres Insekt und startete anschließend zum nächsten Rüttelflug.

 

Ein besonderes Highlight folgte kurz darauf: Ein Neuntötermännchen, vermutlich gerade erst aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt, saß auf einer Hochspannungsleitung und machte lautstark auf sich aufmerksam. Offenbar befanden wir uns in der Nähe seiner bevorzugten Hecke – vielleicht seinem zukünftigen Brutplatz.

 

Sommergoldhähnchen und Waldbaumläufer

Am Rand eines Fichtenwäldchens hörten wir die hohe, klare Silbe des Sommergoldhähnchens. Wenig später entdeckten wir einen Waldbaumläufer, der perfekt getarnt den Stamm einer Fichte hinauflief und mit seinem längeren Schnabel geschickt nach Nahrung suchte.

 

Rotmilan zum Abschluss

Kurz vor dem Ende der Tour zeigte sich noch ein Rotmilan, der majestätisch über Felder und Wiesen kreiste – immer auf der Suche nach Beute.

 

Mit insgesamt 30 beobachteten Vogelarten waren alle Teilnehmenden sehr zufrieden und freuten sich anschließend auf das wohlverdiente Frühstück zu Hause.

Zum Abschluss bedanken wir uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern – und besonders bei Manfred Lippert für die wunderschönen Bilder.

NABU-Grundsatzprogramm Klima

Gemeinsam in eine klimagerechte Zukunft

Das Jahr 2024 stellt eine Zäsur dar. Zum ersten Mal lag die globale Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Das hat spürbare Folgen: Extremwetterereignisse häufen sich, zerstören Lebensräume, fordern Menschen- und Tierleben und verursachen immense Kosten. Besonders hart trifft es den globalen Süden, der am stärksten unter den Auswirkungen leidet, obwohl er am wenigsten zu ihrer Entstehung beigetragen hat. Aber auch in Europa leiden die Menschen, denn dieser Kontinent erwärmt sich am schnellsten.

Unsere 10 Kernforderungen:

 

1. Die naturverträgliche Energiewende als Leitidee umsetzen

2. Wärmewende anpacken

3. Mobilitätswende einleiten

4. Sozial-ökologische Transformation der Industrie vorantreiben

5. Carbon Management einführen

6. Natürlicher Klimaschutz und klimafreundliche Landnutzung

7. Nachhaltige Finanzwirtschaft entwickeln und Finanzierung von Klimaschutz sicherstellen

8. Anpassung an die Klimakrise stärker in den Vordergrund stellen

9. Klimagerechtigkeit als zentrales Leitprinzip in ihrer ganzen Breite verstehen

10. Europäische und internationale Klimapolitik vorantreiben 

Weitere Infos zu diesem wichtigen Thema finden Sie hier

Download
NABU - Grundsatzprogramm Klima
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Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

 

Wir möchten ein wenig Interesse für unseren Lebensraum wecken, in dem jede Pflanze, jedes kleine Insekt, das vielleicht gerade an unserem Gesicht vorbeigeflogen ist, so viel zu entdecken gibt, dass man es nicht einfach so hinnehmen sollte.

 

Der NABU legt großen Wert auf den sozialen Aspekt, die Gemeinschaft. Der gepflegte Umgang mit unseren Mitgliedern liegt uns am Herzen.

 

 

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier in Kalbach aktiv zu werden, Fragen oder Anregungen im Bereich Naturschutz haben oder mehr über den NABU erfahren möchten, schauen Sie doch einmal bei unseren Treffen vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie beim Vorstand oder indem Sie über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.

 

 

Über von der NABU-Gruppe Kalbach geplante Aktionen und Veranstaltungen erfahren Sie auf dieser Homepage, aber auch über Veröffentlichungen in den "Kalbacher Nachrichten".


Pressemitteilungen NABU Hessen

Aktuelle Pressemitteilungen des NABU Hessen mehr

Gemeinsam für unseren Wald

Der NABU Kalbach setzt sich aktiv für Umwelt- und Klimaschutz direkt vor unserer Haustür ein. mehr 

Protokolle - Treffen der NABU-Gruppe Kalbach

Im Rahmen der monatlichen Treffen werden jeweils wichtige Aktionen des NABU Kalbach vorgestellt mehr

Pilzwanderung 2025

Rückblick auf unsere herbstliche Pilzwanderung

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40 Jahre NABU-Gruppe Kalbach

Eindrücke unserer Jübilaäumsveranstaltungen mehr


Neue Steinkauzhöhlen

Der Steinkauz zählt zu den kleinsten Eulenarten Deutschlands mehr

Neuer Storchenhorst

NABU hat mit Kopfweidenästen neuen Horst gebaut und aufgestellt mehr

Vogelstimmenwanderungen 2026

Eindrücke und Bilder unserer beiden Vogelstimmenwanderungen in 2026 mehr